Neue Projekte

Und zwar insgesamt gleich 3 an der Zahl! Warum Nina und ich uns zunehmend nach neuen Projekten umgeschaut haben, liegt in erster Linie an zwei Gründen. Unsere Unzufriedenheit über die Situation in Simonga im Moment und dem großen Angebot an Projekten in Livingstone.

Tatsächlich fühlen wir uns immer öfter etwas verloren an der Schule in Simonga, da Sport dort nicht wirklich als Schulfach akzeptiert wird und noch nicht einmal in den Stundenplan integriert ist, sodass wir des Öfteren etwas arbeitslos in der Bibliothek herumsitzen. Auch die Einstellungen der Lehrer dort, beispielsweise in Bezug auf ihre nicht vorhandene Arbeitsmotivation oder ihren fraglichen Umgang mit den Schülern ließ uns zunehmend nach neuen Projekten Ausschau halten.

Hier eine Übersicht über unsere neuen Projekte und sonstige projektbezogenen Aktivitäten:

 

 

Feeding programm Kwathu Waisenhaus

 

Jeanette, die deutsche Leiterin des Waisenhauses, bei dem wir bisher freitags Sport mit den Kindern gemacht haben, hat zusammen mit ihrem Mann eine super Aktion ins Leben gerufen. Das feeding programm stellt den Menschen, die in der unmittelbaren Umgebung des Waisenhauses meist unter armen Bedingungen leben, jeden Montag eine warme Mahlzeit. Der Andrang ist dabei erstaunlich groß: Im Schnitt kommen über 100 Kinder und deren Mütter. Jeanette meinte, dass Hunger und Armut ein größeres Problem in Livingstone darstellt als angenommen, insbesondere in den ärmeren Compounds, wo ein Großteil der Bevölkerung Livingstones lebt. Eine Seite, die jedem Tourist in Livingstone verschlossen bleibt. Manchmal kommen die Kinder bereits Montag morgens zum Waisenhaus, um nach Essen zu fragen. Die Dankbarkeit der Menschen ist dementsprechend groß, was uns immer wieder Zuspruch für unsere Arbeit hier vermittelt.

Ninas und meine Aufgaben waren in erster Linie zwischen 16 Uhr und 18 Uhr bei der Essensausgabe zu helfen, aber auch in anderen Bereichen helfen wir aus.

 

 

Sports in Action

 

Sports in Action ist eine nationale Non-Profit-Sportorganisation, dessen Ziel es ist die Lebensqualität der Menschen durch Sport und kreative Aktivitäten zu verbessern und die Communitiy Entwicklung zu fördern. Schwerpunkte liegen unter anderem in Kindererziehung- und entwicklung, Behindertenförderung und Förderung von Mädchensport.

Der Sportlehrer der Acacia School, Mr Phiri, der mit Lukas und Sophie zusammenarbeitet hatte uns mit Sports in Action zusammengebracht. Bereits beim ersten gemeinsamen Meeting konnten wir uns von der Struktur, Arbeitsweise und Motivation der Leute überzeugen. Auch da sich die Philosophie von Sports in Action sehr mit der vom ASC Göttingen deckt, sind wir vier sehr motiviert, mit Sports in Action zusammen zu arbeiten. Sowohl die Projekte in Mukuni als auch beim SOS Childrens Village führen wir nun in Zusammenarbeit mit Sports in Action durch. Eine Besonderheit ist die ausführliche schriftliche Dokumentation verschiedener Aspekte der coaching sessions in vorgefertigte Formulare, zum Beispiel bezüglich der Planung, Teilnehmern oder den Lernzielen, die sowohl Sports in Action als auch uns selbst Feedback über unsere Arbeit vermitteln.

 

 

Fußballtraining in Mukuni Village:

 

Mukuni Village ist ein sehr ländliches Dorf in der Nähe der Viktoriafälle, aufgrund seiner Ursprünglichkeit auch ein beliebtes Reiseziel für Touristen. Der Mangel an Sportmöglichkeiten, Equipment und engagierten und fähigen Trainern ist hier ein größeres Problem als in irgendeinem anderen Projekt. Sizwe, ein Freund von mir, den ich beim Premier Skills Education Course kennen gelernt habe, hatte mir vorgeschlagen, ihm beim coachen mal auszuhelfen. An einem Samstagmorgen leitete ich dann mein erstes Training in Mukuni mit den u14, u12 und u10 Kindern., was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Auch die Begeisterung der Kinder war riesig, ein Beispiel dafür: Ich begann das Training mit ca. 20 Kids, beendete es mit ungefähr 30 bis 35, nachdem ein paar der Spieler noch schnell ihre Freunde holten. Sizwe und sein Bruder Desmond, die selber bereits Erfolge in der 1. südafrikanischen Fußballliga gefeiert haben, sind vermutlich die einzigen engagierten Menschen in Mukuni. Unterstützung können sie daher bestens gebrauchen. Auch aufgrund der guten Disziplin und Motivation der Kinder (gerade im Vergleich zu Simonga), sowie der einzigartigen „Village-Atmosphäre“ in Mukuni bin ich äußerst motiviert, Sizwe langfristig beim coachen und der Umsetzung diverser anderer Ideen in Mukuni zu unterstützen, eventuell auch noch an anderen Nachmittagen in der Woche.

 

 

SOS Childrens Village

 

SOS Childrens Village liegt in der Nähe des Kwathu Waisenhauses. Es bietet knapp 100 Kindern, die entweder Waisen sind oder nicht mit ihren Eltern zusammen leben können ein zu Hause und darüber hinaus auch die Möglichkeit zur dort errichteten Grundschule zu gehen, sowie zur Zugang zu essentieller gesundheitlicher Versorgung und Verpflegung. Die finanzielle Förderung des Dorfes ist sehr gut, was in der Struktur und Organisation der Schule und des Unterrichts, sowie der Ausstattung des SOS Villages erkennbar ist. Nina und ich werden ab kommender Woche jeden Montag anstatt nach Simonga zu gehen eine Sportstunde für grade 2 und zwei Sportstunden für grade 5 leiten. Außerdem unterstütze ich Lukas beim Fußballtraining des u17 Teams am Montag.

 

 

Premiers Skills Education Course

 

Mitte Februar nahmen Lukas, Nina, Sophie und ich 4 Tage an einer Art Trainerlehrgang teil. Der Kurs ist eine Initiative der englischen Premier League und bildet Menschen, die in Community Projekten involviert sind, zu Trainern aus, um den Sport, insbesondere Fußball in den Communities und die Community Entwicklung zu fördern. Die enormen finanziellen Mittel der Premier League, die hinter der Finanzierung dieser Coaching Kurse stecken, kamen in der Qualität des Lehrgangs deutlich zum Ausdruck. Die drei Leiter des Kurses waren bestens ausgebildet, viele Dinge, beispielsweise Trainingsprinzipien oder Funktion von Aufwärmen wurden exakt so vermittelt, wie ich es in meinem Sport-LK in der Schule gelernt habe. Daher war ich absolut begeistert von der Arbeit von Premier Skills, bedauerte im Nachhinein, dass kein Lehrer aus Simonga dabei war. Ein Zertifikat zum erfolgreiche Bestehen des Lehrgangs gab es natürlich auch ;-)

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