Leichtathletikwettkämpfe in Simonga, Dambwa und Centraffos

Sportsdays in Livingstone sind ein absolutes Highlight für die Schüler. Die Interhouse competition in Simonga, im übertragbaren Sinne ungefähr so etwas wie die Bundesjugendspiele, war dabei das erste von drei Tunieren im Februar und März. Die gesamte Simonga Primary School trat in verschiedenen Laufdisziplinen gegeneinander an, wie Staffel, Kurz- und Langstrecke. Auch wenn Organisation und Planung mal wieder größtes Chaos waren, die Stimmung am Wettkampftag war super. Und die Laufstrecke in Simonga eine Story für sich: am Tag zuvor wurden mit den Schülern zunächst mal die Laufbahnen gebuddelt – mit Spitzhacke und Springseilen als Richtungsanzeigen. Weiße Asche diente zur Markierung der Bahnen. Abgesehen von dem steilen Anstieg und Gefälle hinter den Toren also fast Olympiabedingungen. Na gut – Lichtschranken gab es auch nicht ;) Genau 8 Tage später trafen in Dambwa, einem Stadtteil Livingstones, die Schulsieger der Western Zone von Livingstone gegeneinander an, insgesamt 13 Schulen.

Trotz der 11 Stunden, die Nina und ich an diesem Samstag auf dem Sportplatz der Dambwa Primary School verbrachten und in verschiedenen Bereichen aushalfen, z.B. in der Jury, bei der Organisation der Läufe und Sprungwettbewerbe oder der Vorbereitung unserer Athleten, war es trotzdem ein großer Spaß an diesem Tag. Kein Wunder, dass meine Energie beim Teacher's Race nur noch für Platz 3 reichte ;) (zugegeben: mit der Sportlichkeit der Menschen in Sambia können Deutsche im allgemeinen Vergleich bei Weitem nicht mithalten). Und auch an diesem Tag schnitten die Simongaschüler sehr gut ab. Insgesamt 8 Schüler und Schülerinnen wurden für die Interzone Competition nominiert, die am darauffolgenden Samstag stattfand. Überschattet wurde der Wettbewerb in Dambwa von einigen gewaltvollen Auseinandersetzungen am Ende des Turniers, verursacht bei betrunkenen Jugendlichen und Erwachsenen, die in keinster Weise in dem Turnier beteiligt waren. Nur ein gutes Beispiel, welch negativen Effekt, den der hohe Alkoholkonsum in Sambia auf die Gesellschaft hat. Leider wird an Alkohol auch nicht gespart, obwohl es für die meisten Menschen fast unerschwinglich ist, nicht selten auf Kosten von Schulgebühren oder ähnlichem.

Auch die Interzone Competition war nicht frei von solchen Zwischenfällen, lief insgesamt jedoch wesentlich professioneller ab. Donnerstag und Freitag wurden die Kinder in einem zweitägigen Trainingslager zunächst auf den Wettbewerb vorbereitet, wobei Nina und ich ebenfalls beim coachen aushalfen. Am Samstag selber betreuten wir hauptsächlich die Springer, nachdem wir am Morgen erst mal zweieinhalb Stunden in der Stadt warten durften und uns dann ein super super ausgeschmückte sambische Ausrede anhören durften – mal wieder (mittlerweile hören wir schon gar nicht mehr zu). Und auch bei diesem Wettbewerb schnitten unsere Athleten sehr gut ab, landeten in der Gesamtwertung auf dem 2. Platz. Mein persönliches Highlight: einer unserer u17 Hochspringer gewann mit geschätzt 1,80m übersprungener Höhe – und das bei einer Körpergröße von 1,75m und natürlich ohne Matte zum Landen ;)

Negativ zu erwähnen: Die hohe Verletzungsquote der Teilnehmer, was auch schon bei den vorherigen Turnieren auffiel. Nach fast jedem Lauf, vor allem den Langstreckenläufen, brachen die Athleten reihenweise zusammen und mussten per Trage vom Sanitäterteam abtransportiert werden. Nicht nur dem Wetter geschuldet, sondern insbesondere auch dem nicht vorhandenen Aufwärmen. Sicherheit der Athleten? Steht wohl eher im Kleingedruckten...

 

Von den Simongaschülern qualifizierte sich niemand für die Interdistrict Competition, dem nächsthöheren Turnier, sodass Nina und ich dieses Turnier nicht mehr begleiteten. Die drei Wettkämpfe gaben uns jedoch weitere sehr interessante Einblicke in den Sport in Sambia.

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